Seit Jahrtausenden bedient sich der Mensch besonderer Substanzen,
um dem Göttlichen näher zu sein. Doch noch nie war die Einstellung demgegenüber von mehr Unwissen, Missverständnissen und falschen Vorstellungen geprägt als in unserer heutigen Zeit. Argwöhnische Ablehnung, gedankenloser Gebrauch oder einfältige Geringschätzung sind die Folge dieser fehlenden Sachkenntniss. Dabei bieten unterschiedlichste Zweige der Wissenschaft seit Jahrzehnten Zugänge und Erklärungsansätze, die den derzeitig unsouveränen und von Angst und Dogmen bestimmten Themenkreis einem breiteren Publikum positiv erschließen könnten. Der folgende, integrale Blick auf den Betrachtungsgegenstand soll Interesse wecken und Möglichkeiten aufzeigen.
Der Wert, das unsichtbare Fundament
Von der Suche nach der Grundlage von Auslandseinsätzen

Zugegeben, Soldat des Deutschen Einsatzkontigentes in Afghanistan zu sein ist eine nicht unerhebliche Herausforderung. Im grellen Scheinwerferlicht zwischen simplifizierenden Politikern, sensationsgierigen Medien und ablehnender Heimatbevölkerung zu stehen, erfordert schon Einiges an diplomatischem Feingefühl, militärischer Erfahrung und unbeirrbarer Beharrlichkeit.
Der Wert, das unsichtbare Fundament weiterlesenUrheberrecht, Kultur und Kommerz
Von der Verwertung und Verfügbarkeit von kulturellen Gütern

Zwei beachtliche Artikel, der eine ein Interviewauszug aus dem Buchreport-Magazin (Lucy Kivelip, Interview und Daniel Hofer, Foto) mit dem Journalisten Dirk von Gehlen, freier Blogger und für die Süddeutsche tätig:
• http://bit.ly/NDe11X
der andere, ein Interview der Süddeutschen (Bernd Graff, Interview) mit Till Kreutzer, dem promovierten berliner Fachjuristen:
• http://bit.ly/KHeZWy
könnten für unsere unsachverständige, verwirrte und verführte Politik zumindest eine gute Blaupause sein, um über die aktive und zukunftsfähige Gestaltung unserer Gesellschaft im Schlagschatten einer stetig fortschreitenden, überwiegend technisch determinierten Entwicklung sich politische und eben nicht nur taktische Gedanken zu machen.
Appellativ, zerstoben, unbequem, herausfordernd
Die zweite Aufführung Hans Werner Henzes dritter Festmusik „An den Wind“ zum Pfingstgottesdienst in der Thomaskirche zu Leipzig
1. Schmerz
Die wohlen Klänge von des gefeiertem Kantors hilfsbereitem Geist hängen noch zwischen den Achtkant-Säulen des Kirchenhauses, die Gemeinde hat gerade eben der aramäischen Emanation des universalen Prinzips Lob bezeugt, als auch schon die Gehörgänge zu spät gewahr werden, dass eine Schall-Phalanx sich unaufhaltsam in harmoniegewohnte und unvorbereitete Hirnareale des repräsentationalen Selbst hineinbohrt.
Urheberrecht, ich will Dir fressen
Wie die informationelle Zukunft zum Spielball von Partikularinteressen wird
Der gestrige Tag bot einen weiteren Höhepunkt in der multidimensionalen Urheberrechtsdebatte. Nur scheinbar bewegt sich die Meinungsbildung auf einer polarisierenden Linie zwischen „Abschaffen“ und „X-Strikes“.
Urheberrecht, ich will Dir fressen weiterlesenDie Mär von der Netzneutralität
Ist die wertneutrale Datenübertragung im Internet nur Makulatur?
In dem gestrig erschienenen Artikel bei netzpolitik.org
wird an Hand eines hilfreichen Tools des Max-Plank-Institutes für Software-Systeme, welches jeder für sich selber ausprobieren kann
http://broadband.mpi-sws.org/transparency/
und dem darauf basierend von Forschern der Syracuse University und der Technischen Universität Delft nachgewiesen, dass Netzneutralität schon jetzt nur ein hohles Versprechen der Internet-Infrastruktur-Industrie ist. In Deutschland hebt sich, im negativen Sinne, besonders Kabel Deutschland durch massive Eingriffe hervor.
Das Beunruhigende daran ist, dass die technische Realisation einer bewussten Bevorzugung bzw. Benachteiligung bestimmter Web-Dienste stets im Zusammenhang steht mit der sog. Deep-Packet-Inspection, also dem inhaltlichen Auswerten des übertragenen Datenverkehrs. Sofort stellt sich da die Frage nach der Rechtmäßigkeit. Eine Arbeitsgruppe der Universität Kassel hat dazu ein Projektpapier verfasst.
Vorratsdatenspeicherung und EU-Richtliniennotstand
Wieso sollen wir eigentlich unsere Privatsphäre über Bord werfen?
(CC-BY-NC-ND)
Das Bedenklichste an diesem brachialen Ansinnen unserer Regierung ist eigentlich, dass
- rechtskräftige Urteile des Bundesverfassungsgerichtes offenbar ignoriert werden sollen (siehe Pressemitteilung Nr. 11 des BVG vom 02.03.2010),
- und v. a. sich unsere nationale Regierung damit herauszureden versucht, dass hier ja bestehendes Europarecht (Richtlinie über die Vorratsdatenspeicherung 2006/24/EG) uns dazu zwingt.
Dieser „Gesetzes-Pingback“, der immer öfter in der Politik Anwendung findet, beruht darauf, dass national unattraktive Gesetze unter der Ladentheke und von hinten als Europagesetze durchgepeitscht werden – meist ohne großes Publikum und daher diskursfrei, um sich anschließend bequem auf Selbige beziehen zu können.
Hier wäre es, in Erweiterung des Begriffes des „Befehlsnotstandes“ sicherlich nützlich, den Begriff des „EU-Richtliniennotstandes“ einzuführen. Dieser müsste jedoch zusätzlich beinhalten, dass derjenige, welcher sich auf das Dilemma dieses Notstandes beruft, eben diesen Notstand mindestens billigend in Kauf nehmend ausgelöst hat.
Auch hier sollten wir uns schnellstmöglich und sachverhaltsübergreifend zunächst einmal die alles entscheidende Frage stellen, wie wir in 20, 30 Jahren leben wollen. Soll also Europarecht in zunhemendem Umfang das nationale Recht in seiner hierarchischen Gültigkeit brechen können? Wollen wir tatsächlich den realitätsfernen EU-Kommissaren, -Kommissionen und -Gremien die Geschicke unseres Landes komplett übergeben, oder wäre es nicht sinnvoller, im Sinne einer dezidierten Stimmrechts-Delegation bestimmte Themen unserer nationalen Legislative zu überlassen?
Feigen nach Lyon, Eulen nach Athen
Wolltet Ihr schon immer mal wissen, auf welcher Strecke man im alten Rom am besten 200 kg Feigen von Turin nach Lyon transportiert? Und vor allem: Was das kostet?
Eine Forschungsgruppe der Stanford-University, CA/USA um den Historiker Walter Scheidel hat ein Tool geschaffen, mit dem eben diese Berechnungsarbeit DV-gestützt vorgenommen werden kann. Zwar kommt dieses Werkzeug etwa 2.000 Jahre zu spät, und es ist anzunehmen, dass einschlägige Personen zu damaliger Zeit diese Aufgabe, aus reichlicher Erfahrung gespeist und von einem erinnerungsfähigen Hirn unterstützt vornahmen, aber es ist beruhigend, zu erleben, dass wir das heute zumindest theoretisch schneller können. Einzig lokale und temporäre Unwägbarkeiten sind in dem Algorithmus nicht berücksichtigt, und genau das könnte auch heute noch teuer zu stehen bekommen.
Scheidel, Walter; Meeks, Elijah: ORBIS: The Stanford Geospatial Network Model of the Roman World. Stanford University, CA/USA. http://orbis.stanford.edu abgerufen am 21.05.2012
„Hallo, ich heiße Gerd und bin Berater“
Ein herrlicher Artikel bei Spiegel Online:
Die Revolution der Maschinen
…oder wie uns immer deutlicher wird, dass wir unseres eigenes Glückes Schmied sein sollten.

Dazu der Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung:
In eine ähnliche Stoßrichtung geht das folgende, sehr lesenwerte Buch:
Dueck, Gunter: AUFBRECHEN! Warum wir eine Exzellenzgesellschaft werden müssen. Eichborn Verlag, Frankfurt/Main, 2010. (Bei Amazon gebraucht ab 1,– EUR)
Die Revolution der Maschinen weiterlesen

