Archiv der Kategorie: Politik

Vom inneren Krieg und seinem Ende

Eugen Drewermanns eindringlicher Appell zum Frieden

Nahaufnahme eines schwarzen Schach-Königs
Abb.: In uns und um uns herum – Schachfiguren in einem kriegerischen Spiel (Foto: Gladson Xavier, CC0)

Lesezeit: 9 min + 36 min Video

Wenn ich ausreichend angebunden bin an mich selber und gleichzeitig in der Welt da draußen dasselbe auf jemand anderen zutrifft und wir darüberhinaus die Gnade haben, voneinander zu erfahren, kann soetwas Wunderschönes wie Resonanz entstehen. Selbiges widerfuhr mir letztens in eindrucksvoller Weise: Ich war von einer Rede zutiefst berührt.

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Entheogene – Eine Einführung

Der Videovortrag über Entheogene (Sarah A. Besic, CC BY-NC-SA 4.0)

Seit Jahrtausenden bedient sich der Mensch besonderer Substanzen,
um dem Göttlichen näher zu sein. Doch noch nie war die Einstellung demgegenüber von mehr Unwissen, Missverständnissen und falschen Vorstellungen geprägt als in unserer heutigen Zeit. Argwöhnische Ablehnung, gedankenloser Gebrauch oder einfältige Geringschätzung sind die Folge dieser fehlenden Sachkenntniss. Dabei bieten unterschiedlichste Zweige der Wissenschaft seit Jahrzehnten Zugänge und Erklärungsansätze, die den derzeitig unsouveränen und von Angst und Dogmen bestimmten Themenkreis einem breiteren Publikum positiv erschließen könnten. Der folgende, integrale Blick auf den Betrachtungsgegenstand soll Interesse wecken und Möglichkeiten aufzeigen.

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Der Wert, das unsichtbare Fundament

Von der Suche nach der Grundlage von Auslandseinsätzen

Soldaten in der Wüste
Unde venis, miles? Angehörige der Internationalen Sicherheitsunterstützungstruppe in der Weite des Raumes (Sarah A. Besic, CC BY-SA 3.0)

Zugegeben, Soldat des Deutschen Einsatzkontigentes in Afghanistan zu sein ist eine nicht unerhebliche Herausforderung. Im grellen Scheinwerferlicht zwischen simplifizierenden Politikern, sensationsgierigen Medien und ablehnender Heimatbevölkerung zu stehen, erfordert schon Einiges an diplomatischem Feingefühl, militärischer Erfahrung und unbeirrbarer Beharrlichkeit.

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Urheberrecht, Kultur und Kommerz

Von der Verwertung und Verfügbarkeit von kulturellen Gütern

Ein Mönch im Skriptorium
Im Skriptorium – Ein Mönch kopiert einen Text aus einem großen Buch auf seinem Schreib-Tisch. (Wikimedia, gemeinfrei von: Blades, William: Pentateuch of Printing with a Chapter on Judges, 1891)

Zwei beachtliche Artikel, der eine ein Interviewauszug aus dem Buchreport-Magazin (Lucy Kivelip, Interview und Daniel Hofer, Foto) mit dem Journalisten Dirk von Gehlen, freier Blogger und für die Süddeutsche tätig:
http://bit.ly/NDe11X
der andere, ein Interview der Süddeutschen (Bernd Graff, Interview) mit Till Kreutzer, dem promovierten berliner Fachjuristen:
http://bit.ly/KHeZWy
könnten für unsere unsachverständige, verwirrte und verführte Politik zumindest eine gute Blaupause sein, um über die aktive und zukunftsfähige Gestaltung unserer Gesellschaft im Schlagschatten einer stetig fortschreitenden, überwiegend technisch determinierten Entwicklung sich politische und eben nicht nur taktische Gedanken zu machen.

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Die Mär von der Netzneutralität

Ist die wertneutrale Datenübertragung im Internet nur Makulatur?

In dem gestrig erschienenen Artikel bei netzpolitik.org

http://bit.ly/Mir2ea

wird an Hand eines hilfreichen Tools des Max-Plank-Institutes für Software-Systeme, welches jeder für sich selber ausprobieren kann

http://broadband.mpi-sws.org/transparency/

und dem darauf basierend von Forschern der Syracuse University und der Technischen Universität Delft nachgewiesen, dass Netzneutralität schon jetzt nur ein hohles Versprechen der Internet-Infrastruktur-Industrie ist. In Deutschland hebt sich, im negativen Sinne, besonders Kabel Deutschland durch massive Eingriffe hervor.

Das Beunruhigende daran ist, dass die technische Realisation einer bewussten Bevorzugung bzw. Benachteiligung bestimmter Web-Dienste stets im Zusammenhang steht mit der sog. Deep-Packet-Inspection, also dem inhaltlichen Auswerten des übertragenen Datenverkehrs. Sofort stellt sich da die Frage nach der Rechtmäßigkeit. Eine Arbeitsgruppe der Universität Kassel hat dazu ein Projektpapier verfasst.

Vorratsdatenspeicherung und EU-Richtliniennotstand

Wieso sollen wir eigentlich unsere Privatsphäre über Bord werfen?

(CC-BY-NC-ND)

Das Bedenklichste an diesem brachialen Ansinnen unserer Regierung ist eigentlich, dass

Dieser „Gesetzes-Pingback“, der immer öfter in der Politik Anwendung findet, beruht darauf, dass national unattraktive Gesetze unter der Ladentheke und von hinten als Europagesetze durchgepeitscht werden – meist ohne großes Publikum und daher diskursfrei, um sich anschließend bequem auf Selbige beziehen zu können.

Hier wäre es, in Erweiterung des Begriffes des „Befehlsnotstandes“ sicherlich nützlich, den Begriff des „EU-Richtliniennotstandes“ einzuführen. Dieser müsste jedoch zusätzlich beinhalten, dass derjenige, welcher sich auf das Dilemma dieses Notstandes beruft, eben diesen Notstand mindestens billigend in Kauf nehmend ausgelöst hat.

Auch hier sollten wir uns schnellstmöglich und sachverhaltsübergreifend zunächst einmal die alles entscheidende Frage stellen, wie wir in 20, 30 Jahren leben wollen. Soll also Europarecht in zunhemendem Umfang das nationale Recht in seiner hierarchischen Gültigkeit brechen können? Wollen wir tatsächlich den realitätsfernen EU-Kommissaren, -Kommissionen  und -Gremien die Geschicke unseres Landes komplett übergeben, oder wäre es nicht sinnvoller, im Sinne einer dezidierten Stimmrechts-Delegation bestimmte Themen unserer nationalen Legislative zu überlassen?

Feigen nach Lyon, Eulen nach Athen

Wolltet Ihr schon immer mal wissen, auf welcher Strecke man im alten Rom am besten 200 kg Feigen von Turin nach Lyon transportiert? Und vor allem: Was das kostet?

Eine Forschungsgruppe der Stanford-University, CA/USA um den Historiker Walter Scheidel hat ein Tool geschaffen, mit dem eben diese Berechnungsarbeit DV-gestützt vorgenommen werden kann. Zwar kommt dieses Werkzeug etwa 2.000 Jahre zu spät, und es ist anzunehmen, dass einschlägige Personen zu damaliger Zeit diese Aufgabe, aus reichlicher Erfahrung gespeist und von einem erinnerungsfähigen Hirn unterstützt vornahmen, aber es ist beruhigend, zu erleben, dass wir das heute zumindest theoretisch schneller können. Einzig lokale und temporäre Unwägbarkeiten sind in dem Algorithmus nicht berücksichtigt, und genau das könnte auch heute noch teuer zu stehen bekommen.

Scheidel, Walter; Meeks, Elijah: ORBIS: The Stanford Geospatial Network Model of the Roman World. Stanford University, CA/USA. http://orbis.stanford.edu abgerufen am 21.05.2012

Die Revolution der Maschinen

…oder wie uns immer deutlicher wird, dass wir unseres eigenes Glückes Schmied sein sollten.

Kawasaki-Industrieroboter
Kawasaki-Industrieroboter (Wikipedia, User Harriv, CC-BY-SA 3.0 Unported)

Dazu der Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung:

http://bit.ly/JHLbuY

In eine ähnliche Stoßrichtung geht das folgende, sehr lesenwerte Buch:

Dueck, Gunter: AUFBRECHEN! Warum wir eine Exzellenzgesellschaft werden müssen. Eichborn Verlag, Frankfurt/Main, 2010. (Bei Amazon gebraucht ab 1,– EUR)

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