Gebet an das Jahr MMXX

Heilsame Reflektion für einen fruchtbaren Neubeginn

Mittelalterliche Buchmalerei eines Mannes mit einem Ochsen beim Pflügen
Bildausschnitt: Mann mit Ochse beim Pflügen (Wikimedia Commons, Rochester Bestiary, Folio 37v, 13. Jh., British Library, Royal MS 12 F XIII, gemeinfrei)

Am Ende eines vergangenen und am Anfang eines neuen Jahres ist es eine schöne Tradition, sich einander Glückwünsche zu senden, das hinter einem Liegende loszulassen und die Kräfte zu sammeln für das Bevorstehende. Warum denn nicht in einem Gebet all dies zusammenfassen?

Du schreckst davor zurück, weil Du keiner Kirche angehörst? Das soll kein Hindernis sein! Schließlich ist diese Textform an nichts Institutionelles gebunden. Ein Gebet ist erstmal nur ein Gebet. Kein kirchliches Bekenntnis, keine Zugehörigkeits-Offenbarung – nur eine Kontemplation. Nachdenkend, bittend, verdeutlichend, fragend.

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ROM 06|19

Mit dem Radl zum Seppi

Mit Pferd und Karren unterwegs (Foto: Wikimedia Commons, Relief-Ausschnitt der Trajanssäule/Rom, gemeinfrei)

Das hatte ich schon lange einmal vor: Ein gänzlich anderes Verkehrsmittel zu benutzen im Zentrum des Römischen Reiches. Stellen wir uns kurz einmal vor, wir hätten gerade das Jahr DCCCLXXII A U C (872 ad urbe condita, lat. seit Gründung der Stadt; gemeint ist das Alte Rom natürlich). Nach unserer Zeitrechnung befinden wir uns also 119 Sommer nach der Geburt dieses aramäischen Zimmermannssohnes und Wanderpredigers. Und es soll noch geschlagene 1900 Umrundungen der Erde um die Sonne dauern, bis im entfernten Lutetia ein mächtiger Großbrandt den Dachstuhl eines Tempels zu Ehren eben dieses Mannes fast vollständig zerstört.

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ROM 05|19

Untergründe, Abgründe

Die sprichwörtlichen Scherben, die sich gerne zeigen, wenn man im Untergrund sucht (Foto: Sarah A. Besic, CC BY-SA 4.0)

Wenn man sich Untergründen, fremden wie auch eigenen, zuwendet, öffnen sich dadurch mitunter in Folge auch Abgründe. Diesbetreffs bedarf es dabei nicht zwingend einer willentlichen Bewusstheit, diese jedoch vorangestellt, erleichtert das Unterfangen ungemein.

Die Kontrolle über Richtung, Tiefe und Geschwindigkeit des Voranschreitens in besagte Anderwelten ist erwünschterweise dem oder der Entdecker(in) vorzubehalten, wenngleich dies durchaus nicht immer gewährleistet werden kann. Ein unwillkürliches Entgleiten der haltenden Zügel ruft regelmäßig Erstaunen, Erschrecken oder sogar Entsetzen hervor.

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ROM 04|19

Zwischen Warten und Verweilen

Die Lateranbasilika, ein Nebendarsteller des Tages (Foto: Sarah A. Besic, CC BY-SA 4.0)

Wenn einer eine Reise tut, dann… – ja, was eigentlich dann?
Dann passieren vor allem erstmal viele Dinge. Begebenheiten ereignen sich, Begegnungen finden statt, Wahrnehmungen finden Raum, Assoziationen werden vorgenommem und Einstellungen werden hinterfragt und erfahren Änderungen und Verhaltensweisen werden angepasst.

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ROM 03|19

Von Achsen und Blöcken

Das morgendliche Pilger-Panorama (Foto: Sarah A. Besic, CC BY-SA 4.0)

Abermals kündete der Ruf von Tieren vom Beginn eines neuen Tages. Die zuvor schon gewürdigten Alexandersittiche krakeelten fröhlich im Baum gegenüber meines Zimmers und flatterten durch das regennasse Blattwerk. Der Geruch von Kiefernharz mischte sich mit Blumenduft und zog durch die feuchtwarme Luft zum meiner Nachtstatt.

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ROM 02|19

Rituale, Entrückungen und Loslassen

Der morgendliche Blick aus dem Fenster (Foto: Sarah A. Besic, CC BY-SA 4.0)

Als ein gutes Zeichen intentionsloser Entspannung kann gewertet werden, wenn der Körper ohne Wecker einen Zeitpunkt findet, zu welchem er es als dienlich und angemessen erachtet, aus dem Reich der Träume in den Wachzustand hinüberzugleiten.

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ROM 01|19

Aller Anfang ist erstaunlich…

Der meinige Anfang der Via Appia (Foto: Sarah A. Besic, CC BY-SA 4.0)

Es besteht noch Hoffnung. Vorgefundene Aspekte dieses Daseinsbereiches sind auch im Jahre des Herrn MMIXX noch deutlich wirkmächtiger als die himmelstrebenden Bezwingungs- und Machbarkeitsphantasien des Homo Sapiens  (besser: Homo qui postulat sapientia), wie der vergangene Tag eindrucksvoll bewies.

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Gezeichneter, grellbunter Clown

Joker

Filmkritik zur Sneak-Preview einer US-amerikanischen Comicverfilmung

Gezeichneter, grellbunter Clown
(Originalbild: Jacqueline Macou, Pixabay, gemeinfrei)

Lesezeit: 4 min | Kein Spoiler!

Es gibt Sequels, also Fortsetzungen von Erzählmaterial in Textform, Spielen, Hörspielen und Filmen, dann gibt es Prequels, also Vorgeschichten zu bereits veröffentlichten Werken und dann gibt es Origin-Stories, also Geschichten, die sich den ursächlichen, inhaltlichen und zeitlichen Wurzeln von Charakteren, Ereignissen und Umständen in Literaturvorlagen und deren Umsetzung widmen. Genau solch eine Form stellt der Film Joker des fast 50jährigen Todd Philips dar.

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Die Zeigefinger zweier Hände berühren sich

Humanisten vs. Religionsphilosophen

Rezension zweier Abend-Veranstaltungen in Berlin und Leipzig

Die Zeigefinger zweier Hände berühren sich
(Foto: Pixabay, gemeinfrei)

Lesezeit: 8 min

In der vergangenen, 39. Kalenderwoche dieses Jahres 2019 besuchte in an zwei Tagen hintereinander zwei Veranstaltungen, die inhaltlich sehr eng miteinander verwandt waren und doch von ihren Grund-Standpunkten her kaum weiter auseinanderliegen konnten.

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Manhattan, New York/USA von New Jersey über den Hudson River gesehen

The Kitchen: Queens of Crime

Filmkritik zur Sneak-Preview eines New York Midtown Action-Dramas

Manhattan, New York/USA von New Jersey über den Hudson River gesehen
(Original-Foto; Pixabay, gemeinfrei)

Lesezeit: 5 min | Kein Spoiler!

Für einen Europäer mag es sonderbar anmuten, wenn er sich die reißbrettartige Raumaufteilung der US-Finanzmetropole nach ethnischen Zugehörigkeiten vor Augen führt. Dass in einem Schmelztiegel wie New York darüberhinaus nicht nur Glamour und Reichtum herrschen, ist schon viel einfacher nachzuvollziehen. So sind die Grundzutaten für dieses vielschichtige Anti-Märchen auch schon beschrieben: Zugehörigkeit und Verteilung, Integrität und Kampf.

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